Sebastian Weber Dance Company

Die Sebastian Weber Dance Company zeigt Tanz, der etwas erleben und erzählen will, der sich einmischt. Wach, verschwitzt und schlagfertig. Wütend, zart, kitschig, albern, aber nie gleichgültig.

Unser Tanz ist eine Art, der Welt zu begegnen. Wir entwickeln Tanzstücke zu Themen, die uns im Alltag bewegen und finden damit unsere Haltung zu gesellschaftlichen Fragen. Zu tanzen ist Navigieren in wilden Gewässern, ein lebendiges Suchen und Vorwärtskommen.

Wir lieben das Gefühl des Tanzens: den Rausch des Groove, die Wachheit des Körpers. Steptanz ist archaisch in seiner Verflechtung von Bewegung und Rhythmus. Steptanz ist immer Musik. Und immer Kommunikation. Der Schlüssel liegt im Hören mehr als im Tun.

Tanz ist auch ein Ort der Widersprüche: wir sind gleichzeitig individuell und kollektiv, kindisch und ernst, ahnungslos und kompetent. Es freut uns, dass Tanz keine simplen Wahrheiten liefert, sondern auch in einfachen Momenten komplex und vielschichtig bleibt.

Steptanz ist Teil der Jazztradition. Ein großer Teil unserer Identität als Künstler verdanken wir dem afro-amerikanischen Erbe von Jazz und Step. Das ist auch eine Verpflichtung. Wir lieben Schokolade, es gibt immer einen Vorrat. Wir planen zu tanzen, bis wir steinalt sind. Wir verstehen unseren Tanz nicht als Produkt, das wir verkaufen, sondern als Prozess, den wir mit möglichst vielen Menschen teilen wollen. Wir freuen uns, wenn Sie Teil unserer Community werden!

Unsere Story

Die erste Produktion CABOOM haben wir 2017 quasi aus dem Nichts geschaffen. Sebastian hatte sich neue Methoden ausgedacht und Janne, Andrea, Helen, Nik und Michela haben sich darauf eingelassen und die Ideen beflügelt. Es hat sich wackelig und verwirrend angefühlt, aber wir haben Gas gegeben und ins Schwarze getroffen.

Danach erhielten wir zusammen mit unseren Partnern LOFFT – Das Theater und Theater Koblenz eine dreijährige Förderung aus dem Fonds Doppelpass der Bundeskulturstiftung. Ein Quantensprung! Wir konnten die Company vergrößern und produzierten die Stücke COWBOYS und FOLK FICTION. Ein Katalysator für unsere weitere Entwicklung ist seither die Zusammenarbeit mit großartigen Dramaturg*innen wie Guy Cools, Lidy Mouw und Steffen Fuchs, die uns helfen, unseren Tanz klarer zu verstehen.

Seit 2019 beginnen weitere Theater, uns zu unterstützen. Eine Residenz am Hessischen Staatsballett inspiriert die Produktion TOUCH, die wir barfuß auf Sand tanzen. Unsere Stücke sind immer inhaltlich motiviert, aber wir lernen auch tänzerisch dazu: entdecken den Boden, das Partnering, finden Inspiration bei Tänzer*innen anderer Sparten, mit denen wir gemeinsam recherchieren und trainieren.

Völlig überraschend erhalten wir den Sächsischen Tanzpreis für COWBOYS und kurz darauf die erste Konzeptionsförderung der Stadt Leipzig. Wir verstärken unsere Aktivitäten in der Region, entwickeln Kennlern- und Mitmachformate für ein neues Publikum und stellen die Company auch organisatorisch besser auf.

Aktuell entwickeln wir mit Hilfe eines #reload Stipendiums der Kulturstiftung des Bundes erste Ideen für eine neue, pandemie-sichere Produktion, die 2021 Premiere haben wird.

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Tänzerinnen und Tänzer

Andrea Alvergue

Andrea hat die Fähigkeit, in jeden Tanz so einzutauchen, dass er zu ihrer persönlichen Geschichte wird, voller Echos und Resonanzen. Wenn sie tanzt, geht immer eine Tür auf.

Sie studierte Ballett, zeitgenössischen Tanz und Step in Honduras, Kanada und Spanien. Ihre heutigen Projekte umfassen das Duo „Blue Taps“ mit Nik Kemeny und Tourneen mit dem Swing Machine Orchestra in Spanien.

Quasi nebenbei hat Andrea in Madrid ein Jurastudium absolviert. Seit 2019 lebt sie in Leipzig und lernt jetzt Deutsch.

Stücke Caboom, Cowboys, Folk Fiction
Wohnsitz El Salvador / Leipzig

Helen Duffy

Bei niemandem sieht Präzision so leichtfüßig und harte Arbeit so fröhlich aus wie bei Helen. Ihr Mix aus Humor und Leidenschaft ist mitreißend und gibt uns immer wieder den Kick, noch einen Schritt weiter zu gehen.

Helen studierte am Bird College, sowie in New York und Barcelona, ist Mitglied der erfolgreichen englischen Company „Old Kent Road“ und produziert in London Duffy’s Jam.

Ihr Britney Spears Tribute zusammen mit Vilma ist legendär.

Stücke Caboom, Cowboys, Touch, Folk Fiction
Wohnsitz London

Janne Eraker

Jannes Kreativität ist klug, verspielt und unberechenbar. Sie wechselt mühelos von Pragmatismus zu Poesie, von trivial zu tiefgründig. Ihr Blick ist unbestechlich und macht uns ständig besser.

Als visionäre Kreative erforscht Janne Steptanz aus zeitgenössischer Perspektive. Ihre zahlreichen Projekte reichen von der Solo Performance „Rhythm is a Dancer“, über das Noise-Art-Duo „Lamborghini“ bis zur installativen Performance „Tap Noir“, in der ihr Tanz Stroboskope und Soundeffekte triggert.

Stücke Caboom, Cowboys, Folk Fiction
Wohnsitz Oslo

Vilma Kananen

Vilma ist Königin der Extreme: sie kann schlagartig von Schwerelosigkeit zu Urknall wechseln und findet Poesie, wo andere gar nicht suchen. Ihre Kraft ist verblüffend.

Sie erhielt ihre Ausbildung zur Steptänzerin an der Escola Luthier in Barcelona, studierte Musik und singt in erfolgreichen schwedischen Bands. In ihrer Jugend war sie Wettkampf-Eiskunstläuferin.

Stücke Cowboys, Folk Fiction
Wohnsitz Stockholm / Berlin

Nikolai Kemeny

Nik ist unser Athlet. Er ist grenzenlos fit, verausgabt sich im Tanz aber dann doch bis zur Erschöpfung. Diese Hingabe, gepaart mit seiner technischen Brillanz und seiner Leidenschaft für Jazz, prägen seinen Stil.

Seine Projekte umfassen die Zusammenarbeit mit Andrea Alvergue in „Blue Tap“ und dem „Swing Machine Orchestra“, verschiedene Big Band Konzerte und die Multi-Media-Performance „Resonance“ mit Daniel Luka und dem Xenorama Kollektiv.

Nik hat immer gute Musik dabei und ist unser DJ auf Reisen. Er kann überall schlafen und unfassbar lustig sein.

Stücke Caboom, Cowboys, Touch, Folk Fiction
Wohnsitz Leipzig

Michela Pesce

Niemand kennt Repertoire und Soziologie der Company so wie Michela. In der Stückentwicklung ist sie Sebastians Sparring Partner. In den Proben weiß sie, was jeder zu tun hat, tanzt Sebastians Part, wenn der von außen zusieht und macht die Notizen, wenn er tanzt. Sie kennt alle (!) Parts und ist die wichtigste Quelle von Feedback für die Company. Bei den Aufführungen ist sie Schnittstelle zur Haustechnik und fährt die Show.

Michela führt ein Doppelleben und reist unter dem Künstlernamen Samaki mit einem Varieté Programm um die Welt. Ihre One-Woman-Show „Confused Girl” zeigt einen Mix aus Jonglage, Tanz und Comedy.

Stücke Caboom, Cowboys, Touch, Folk Fiction
Wohnsitz Rom / Barcelona

Sam Vère

Mit seiner Ruhe und Achtsamkeit ist Sam ein Fels in der Brandung, aber unter der sanften Oberfläche pulsiert die Agilität eines Panthers. Wer gesehen hat, wie er in der ersten Szene von COWBOYS zu Boden geht, will Sam als Bodyguard engagieren.

Sam steppt seit er 5 Jahre alt ist, absolvierte die Ausbildung der Escola Luthier in Barcelona und performt heute in Spanien und Frankreich mit verschiedenen Jazzprojekten sowie der Step-Company 3c.

Seine Quiche und Crepes sind die besten.

Stücke Cowboys, Folk Fiction
Wohnsitz Montpellier / Barcelona

Josepha Vogel

Josepha begleitet die Company seit den ersten Stunden als Produktionsleiterin. Sie behält die Ruhe im Chaos, weiß immer, wo wir hinmüssen und hält uns Myriaden kleiner und großer Probleme vom Hals. Wir glauben, sie hat die Fähigkeit, an zwei Orten gleichzeitig zu sein.

Sie studierte Theaterwissenschaften in Leipzig und arbeitet seit 2012 freischaffend als Produktionsleiterin für zahlreiche Leipziger Tanz- und Theaterproduktionen.

Josepha tanzt selbst seit sie 5 Jahre alt ist und legt eine beeindruckende Step-Sohle aufs Parkett!

Stücke Cowboys, Touch, Folk Fiction
Wohnsitz Leipzig

Sebastian Weber

Lang und schlaksig, ist Sebastian eine Art Anti-Tänzertyp, aber er ist zu einer schwebenden Phrasierung fähig und hypnotisiert mit selbstvergessener Intensität.

Sebastian choreographiert seit rund 25 Jahren eklektische, oft multimediale Stücke, die Steptanz als aktuelle Ausdrucksform erforschen. Dafür wurde er mehrfach ausgezeichnet. Am Anfang seiner Laufbahn steht die Begegnung mit den Meistern des Jazz Tap Chuck Green, Buster Brown und Lon Chaney, die ihn bis heute inspirieren.

Ganz am Anfang träumte Sebastian mal von einer Karriere als Balletttänzer. Das war zum Glück hoffnungslos.

Stücke Caboom, Coboys, Touch, Folk Fiction
Wohnsitz Leipzig

Sebastian Weber

Sebastian Weber begann seine Karriere Anfang der 90er Jahre unter der Obhut legendärer Steptanzmeister wie Chuck Green und Buster Brown in New York. Inspiriert und unterstützt durch die Zusammenarbeit und Freundschaft mit diesen charismatischen Vorbildern, entwickelte Weber einen eigenwilligen, schlacksigen, höchst individuellen Tanzstil, der durch leidenschaftliche Improvisationen, technische Stärke und musikalische Gestaltungskraft geprägt ist.

Weber tanzt in ganz Europa, den USA, Westafrika und China, sowie für verschiedene TV-Sendungen, Werbespots, einen Kinofilm und gab sogar ein komplettes Radio-Konzert im ORF, einer Ehre, die seit der Erfindung des Fernsehens wohl kaum noch einem Steptänzer zuteil wurde.

Als Choreograph produziert er seit 1998 genreübergreifende, oft multimediale Stücke, die immer wieder durch Förderungen von Stadt, Land und Bund gewürdigt werden. Zweimal erhielt er den Leipziger Bewegungskunstpreis. Als Dozent unterrichtet er regelmäßige Kurse in der eigenen „Tanzerei Flugfisch“ in Leipzig. Außerdem ist er international als Workshopdozent tätig.