Ein wütendes Tanzspektakel über Populisten an der Macht

COWBOYS

COWBOYS ist ein brodelndes, aufgetakeltes, heiseres Tanzspektakel über Populisten an der Macht.

Es feiert die Schamlosigkeit und Egomanie, das polternde Selbstbewusstsein und die skrupellose Übergriffigkeit, mit der Populisten das Gesetz in die eigene Hand nehmen. Es tanzt die fiebergeilen Underdogs, die diese Cowboys zu Helden machen, und die entrüsteten Liberalen, die den Kessel mit ihrer Aufrichtigkeit und Empörung befeuern.

Irgendwo am Rand kann man den mythischen Lieblingsfeind der Cowboys erkennen: den Islam, das Establishment, die Liberalen, den Juden — je nach Zeitgeist und Lokal. Und weil die Cowboys immer jemanden abschießen müssen, tanzt auch der Tod mit.

COWBOYS ist eine krachende Symbiose aus brillantem Steptanz und einer kruden, ausgelassenen, wütend inspirierten Körperlichkeit der Tanzbilder. Eruptiv, schrill und berauschend.

COWBOYS Video Trailer

Presse über COWBOYS

[…] Und das mit hochsensibler Bein- und Fußarbeit, man möchte für Momente von ‚Stepp-Romantik‘ sprechen, von gesteppter Zärtlichkeit. So als versuche man gegen die um sich greifenden Dimensionen der Selbstzerstörung, bei denen auch schon mal Tänzerinnen oder Tänzer ganz bildlich gesehen, auf der Strecke bleiben, anzutanzen.

Am Ende, wenn die krachigen Heldenmythen sich erledigt haben, wenn eben jene schon angesprochene Suche beginnt, wenn der Tanz Töne wiedergibt, die schon wirken wie Momente der Verinnerlichung, dazu Bewegungen und Haltungen der Körper, die von meditativer Kraft sind, dann wird deutlich, dass diese krachige Flucht in ein selbstdarstellerisches Heldentum eben eine Flucht ist, und kein Weg.

Aber dass diese Dance Company auf dem Weg ist, das ist nicht zu übersehen. Dass sie mit dieser speziellen und so individuell belebten Tanztechnik sehr eigene Wege in den Labyrinthen zeitgenössischer Tanzlandschaften finden könnte, nimmt man erfreut wahr.

Boris Michael Gruhl, tanznetz.de

Wenn musikalisch und tänzerisch die kollektive Energiewand aufs Publikum kracht. Oder wenn, im Kontrast dazu, Helen Duffy barfüßig „steppt“ und sie den kraftvoll rhythmischen Bewegungsstakkatos etwas zugleich ungemein zart und still Fließendes verleiht. Was auf eigentümliche Art ähnlich berührend ist wie jener Moment, in dem Janne Eraker sich nur dank ihres Bewegungsvermögens vor den Augen des Publikums in einen Bison verwandelt. Und dass wiederum die Band genau dieser Verwandlung in Stille beiwohnt, spricht für einen inszenatorische Instinkt, dank dem diese Stille dann Raum öffnet. Weite – Prärieweite – werden darf.

[…] Wie ein Verweis auf jene längst vergangenen Zeiten wirkt das, als das Tanzen noch geholfen hat, weil es eine heilige und darin heilende Handlung war.

Steffen Georgi, Leipziger Volkszeitung

Gastspielförderung

COWBOYS wird als erstes von zwei abendfüllenden Stücken des mehrjährigen Projekts TAP TRANSFORM im Fonds Doppelpass der Kulturstiftung des Bundes gefördert. Die Kooperation von LOFFT — Das Theater, dem Theater Koblenz und der Sebastian Weber Dance Company dauert bis Ende 2020 und widmet sich ambitioniert der Entwicklung einer bildstarken, groovenden und dramaturgisch schlüssigen Form von zeitgenössischem Stepptanz.

Im Rahmen dieser besonderen Förderung, werden auch Gastspiele der Produktion besonders gefördert. Ziel dieser zusätzlichen Förderung ist der Ausbau eines nachhaltigen Netzwerks von Produktionspartnern für die Sebastian Weber Dance Company.

Produktionsdetails

Dauer

75 Minuten

Team

7 Tänzer*innen
3 Musiker
1 Assistenz
1 Techniker bei Bedarf

Bühne

Minimum 10 x 10 m, Black Box, Holzboden oder schwarzer Tanzteppich auf Holzboden

Mit gutem lokalem Technikteam sind Aufbau und Performance am selben Tag möglich.

Besetzung & Team

Tanz

Andrea Alvergue
Helen Duffy
Janne Eraker
Vilma Kananen
Nikolai Kemeny
Jonas Nermyr / Samuel Greene
Sebastian Weber

Musik

Werner Neumann (Gitarren)
Steffen Greisinger (Orgel)
Tom Friedrich (Drums)

Choreographie

Sebastian Weber + Company

Choreographie-Assistenz

Michela Pesce

Komposition

Werner Neumann, Steffen Greisiger

dramaturgische Beratung

Lidy Mouw
Guy Cools

Licht

Jakob Bauer

Produktionsleitung

Josepha Vogel

Fotos

Tom Dachs

Produktion

Gesa Volland und Sebastian Weber GbR in Partnerschaft mit
LOFFT — Das Theater

Gefördert von

Kulturstiftung des Bundes, Fonds Doppelpass
Kulturstiftung des Freistaates Sachsen
Stadt Leipzig, Kulturamt