Groove-Training #6: Pyramide 2

Schon im Online-Workshop #2 ging es um eine Rhythmuspyramide: dort haben wir zunächst Achtel, dann Triolen und zuletzt Sechzehntel über einem gleichbleibenden Puls getanzt oder getrommelt. In diesem Workshop erweitern wir das Prinzip „nach unten“, das heißt wir klatschen erst die Viertel und Vierteltriolen, dann den Rest. In Noten sieht das so aus:

In der ersten Zeile – die mit den Viertelnoten – laufen wir genau auf den Puls, genau auf den Metronomklick. Das sollte zu schaffen sein.

Die Sache mit den Achteln, Triolen und Sechzehnteln hatten wir schon in Workshop #2. Neu – und etwas schwieriger – ist eigentlich nur das Laufen oder Klatschen der sogenannten Vierteltriolen (zweite und letzte Zeile). Wer damit noch nicht vertraut ist, dem empfehle ich erstmal nur die Vierteltriolen zu üben.

Die Vierteltriolen werden manchmal auch „große Triolen“ genannt. Während bei den Achteltriolen drei Töne über die Dauer eines Viertels, also eines Pulsschlags verteilt werden, werden bei den Vierteltriolen drei Töne gleichmäßig über die Dauer einer Halben, also der Dauer von zwei Beats verteilt. Grafisch kann man das so darstellen:

Triolen im Vergleich

In beiden Fällen, trifft immer die dritte Triole wieder exakt mit einem Beat zusammen, nur dass es bei den Vierteltriolen immer der übernächste Beat ist, während die Achteltriolen keinen Beat auslassen…

Vierteltriolen sind am Anfang schwierig präzise auszuführen. Die Grafik zeigt aber auch, wie man das Üben kann: Die Vierteltriolen passen genau aufs Triolenraster. Wenn man jede zweite Achteltriole nimmt, hat man die Vierteltriolen. Das lässt sich einfach üben:

1
Stelle das Metronom auf ein langsames Tempo.

2
Zähle laut die Achteltriolen, also: „Eins und e, zwei und e, drei und e, … “ und so weiter.

3
Mach nun auf jedes zweite Triolenachtel einen Schritt.

4
Wenn das rund läuft, zähle nur noch die Viertel laut, also: „eins, zwei, drei, vier…“ usw. Achte darauf, wie sich die gesprochenen Viertel und die Schritte zueinander verhalten. Immer auf die „Eins“ und die „Drei“ fallen Schritt und Stimme zusammen. Falls Dir das mit den Schritten nicht gelingt oder zu mühsam ist, klatsche die Vierteltriolen erstmal mit den Händen. Das ist einfacher.

5
Wechsle zwischen beiden Arten zu zählen hin und her.

Diese Vorübung sollte also so aussehen:

Wenn das klappt, kannst Du die komplette Pyramide üben:

1
Stelle das Metronom auf ein langsames Tempo wie etwa 70 bpm. Wenn sich das als zu schnell erweist, ruhig deutlich langsamer.

2
Laufe zwei Takte lang mit einfachen Stamps die Viertel, also genau auf den Metronomklick. Dann zwei Takte Pause.
Dann zwei Takte Vierteltriolen.
Dann zwei Takte Pause.
Dann zwei Takte Achtel, dann zwei Takte Pause.
Dann zwei Takte Triolen, dann zwei Takte Pause.
Dann zwei Takte Sechzehntel, dann zwei Takte Pause.
Dann alles wieder „zurück“: Triolen, Achtel, Vierteltriolen und Viertel.

Achte darauf, perfekt mit dem Metronom synchronisiert zu sein. Wenn Du bei der „Eins“ des kommenden Taktes aufhörst zu tanzen, musst du feststellen, dass das Metronom das von Dir empfundene Tempo exakt weiterführt. Wenn es sich so anfühlt, als würde der Metronomklick schneller oder langsamer, warst Du nicht perfekt auf dem Klick drauf.

3
Wenn das gut läuft, lass die Pausentakte weg und wechsle immer nach zwei Takten ins „nächste Level“. Achte darauf, dass du die neue Unterteilung möglichst sofort erwischst und nicht erst lange rumwackelst, bevor du mit dem Puls gut synchronisiert bist. Insgesamt sieht’s dann so aus:

4
Wie auch bei der Pyramide 1 kannst Du dieselbe rhythmische Übung natürlich auch mit anderen Schritten ausführen, also beispielsweise mit einer Kette von Step-Heels, einer Dreierkette wie Rolling Shuffles oder frei improvisiert.

Viel Spaß beim Üben!
Freue mich über Feedback.
Sebastian Weber