Unsere Story

Neue Methoden für zeitgenössischen Steptanz

Nach rund 20 Jahren eklektischer choreographischer Arbeit hat Sebastian Weber 2016 keine Lust mehr, seinen Steptanz mit immer anderen Tanz- und Kunstformen zu kombinieren, wie er es bis dahin in einem Dutzend abendfüllender Produktionen getan hat. Der Rückgriff auf Mittel wie Film oder Schauspiel erscheint ihm plötzlich nicht mehr als Erweiterung, sondern als Verzettelung. Stattdessen ist ihm nun eine Konzentration auf Klang und Bewegung wichtig und die inhaltlichen Anliegen der Stücke sollen jetzt allein im Steptanz verhandelt werden.

Dazu stellen sich zwei grundsätzliche Herausforderungen. Zuerst muss ein neuer technischer Zugriff auf die visuellen Möglichkeiten des Steptanzes her, also bessere Methoden, Bewegungsrepertoire und -qualitäten auszuschöpfen und zu erweitern.

Und zweitens müssen dramaturgische Methoden gefunden werden, die die Tänzer ohne die Hilfe anderer Medien befähigt, inspirierte Tanzbilder aus abstrakten Themen zu entwickeln und dabei weder beliebig noch verkopft zu werden.

Weber kapert zunächst Methoden aus allen möglichen Gefilden: vom zeitgenössischen Tanz bis zum Industriedesign, vom Film bis zur Tanzwissenschaft und integriert zahlreiche Experten und Amateure in die Prozesse.

CABOOM

Die erste Produktion, die nach diesen Ideen entstand, heißt CABOOM und war gleichzeitig choreographisches Projekt und Kreativlabor. Die Produktion begann mit einer Recherchewoche, in der die Company jede noch so schräge Methode mit Neugier und Schamlosigkeit ausprobierte. Die Art der Zusammenarbeit, die sich in diesem Prozess entwickelte, wurde zur Grundlage des kreativen Selbstverständnisses der Company.

Fonds Doppelpass für Tap Transform

2018 erhält die Company zusammen mit den Partnern Theater Koblenz und LOFFT – Das Theater eine mehrjährige Förderung aus dem Fonds Doppelpass der Kulturstiftung des Bundes (KSB).

Schon in CABOOM war die Company international besetzt – die Tänzer*innen stammten aus fünf verschiedenen Ländern. Die Fördermittel der KSB erlauben nun für die Produktion COWBOYS, die Besetzung auf sieben Tänzer*innen zu erweitern und endlich wieder mit live Musik zu arbeiten!

Unter dem Titel TAP TRANSFORM läuft das Doppelpass-Projekt noch bis Ende 2020. Nach der aktuellen Leipziger Produktion COWBOYS wird es eine Koproduktion am Theater Koblenz geben. Außerdem versucht die Company ihre Gastspieltätigkeit auszubauen.

„Vorher“

Bewegungsrecherche

„Nachher“

…und fertiges Stück